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Wo einst der Adel jagte und Zerstreuung suchte

ZWINGENBERG. Auf Einladung des Förderkreises Kunst und KulturZwingenberg wird sich Dr. Dieter Emrich am 22. Januar, Freitag, in einem Lichtbildervortrag mit den Schlössern von Bickenbach, Braunshardt und Seeheim befassen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr und findet im Saal des Alten Amtsgerichts (Obertor 1) statt; der Eintritt ist frei.

In einer Ankündigung heißt es seitens des Förderkreises:

Wohl etwas zu hoch gegriffen ist die gebräuchliche Bezeichnung „Schloss“ bei diesen Bauwerken in unserer Nachbarschaft. Es handelt sich um ehemalige herrschaftliche Landsitze, die keinen Repräsentationszwecken dienten, sondern der Erholung oder Zerstreuung der Mitglieder des Fürstenhauses Hessen-Darmstadt. Vornehmlich waren sie zum Aufenthalt während der tagelangen Jagden gedacht oder als Sommerwohnsitz nahe der Residenz in Darmstadt. Die Häuser und Anlagen sind heute denkmalgeschützt, längst nicht mehr in Adelshand, sondern in öffentlichem oder bürgerlichem Besitz. Vielen von uns sind sie kaum bekannt.

Die Kommunen Bickenbach, Weiterstadt und Seeheim-Jugenheim haben ihr historisches Erbe bewahrt und damit im Sinne der wiedererwachten Denkmalpflege gehandelt. Sie haben die Bauwerke und die damit verbundenen Parkanlagen nach mühsamer ortsplanerische Arbeit und aufwendiger Sanierung sinnvoller neuer Nutzung zugeführt, sei es unter Fortführung privater Initiative, sei es mit Unterstützung eines Förder- oder Museumsvereins aus historisch interessierten Bürgern, sei es in einfallsreichem Zusammenwirken mit privaten Investoren.

Dies verdient eine eingehende Würdigung und soll zu entsprechenden Ausflügen anregen. Die geschichtliche Bedeutung und das wechselvolle Schicksal, der jahrzehntelange Niedergang der genannten Ensembles und ihr heutiges ansprechendes Aussehen sowie ihre aktuelle Nutzung sollen dargestellt werden.

Das Schloss in Bickenbach war die größte Jagdschlossanlage in der Landgrafschaft, entstanden zu gleicher Zeit wie Schloss Wolfsgarten bei Langen.

In Schloss Braunshardt ist die bis heute bei vielen unvergessene Königin Luise von Preußen als Teenager aufgewachsen und hat sich in ihrer Verlobungszeit mit dem preußischen Kronprinzen – und späteren König Friedrich Wilhelm III.- häufig getroffen.

Das Seeheimer Schloss war im 19. Jahrhundert ein Lieblingsaufenthalt des Großherzogs Ludwig III. von Hessen und bei Rhein.

Wer heimatgeschichtlich interessiert ist, ist herzlich eingeladen, schließt die Einladung des Zwingenberger Förderkreises für Kunst und Kultur. red

© Bergsträßer Anzeiger, Donnerstag, 14.01.2016
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