Briefmarke trägt das Jubiläum in die Welt hinaus

1000 JAHRE GETWINC: Ulrike Fried-Heufel hatte die Idee und das Motiv

ARCHIV-ARTIKEL aus dem Bergsträßer Anzeiger vom 11.05.2012
Vom BA Redaktionsmitglied Michael Ränker

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ZWINGENBERG. Die elektronische Post ist auf dem Vormarsch – und doch gibt es ihn noch, den klassischen
Brief. Und der muss ausreichend frankiert werden, soll er seinen Empfänger ohne Strafporto erreichen. 55
Cent kostet der Versand eines sogenannten „Standardbriefs“ durch die Deutsche Post – und ab morgen gibt
es in Zwingenberg dafür eine ganz besondere Briefmarke:
Aus Anlass von „1000 Jahre Getwinc“ – der urkundlichen Ersterwähnung des Fleckchens Erde, wo sich heute
Zwingenberg befindet – hat die Zwingenberger Künstlerin Ulrike Fried-Heufel mit Unterstützung der Stadt eine
Jubiläumsbriefmarke aufgelegt. Verkaufsstart ist am Samstag (12. Mai) um 9 Uhr in der Post-Filiale
(Darmstädter Straße 10 bis 12). Gestern stellten Ulrike Fried-Heufel und Bürgermeister Dr. Holger Habich im
Rathaus das Briefmarken-Motiv der Öffentlichkeit vor.
Es bezieht sich auf einen Ausschnitt des Codex Losch (Urkunde 93), der in der Mitte von der Bergkirche – als
Wahrzeichen Zwingenbergs – und einer Säule der Lorscher Königshalle – als Bezug zum ehemaligen Kloster –
überlagert wird. „Die Kombination von Urkunde, Kirche und Kloster zeigt die Verbindung der Zwingenberger
Lokalgeschichte zur heutigen Welterbestätte auf“, so die Malerin Ulrike Fried-Heufel, die dem Thema „Getwinc
1012 – Zwingenberg 2012“ ein Triptychon gewidmet hat, dessen mittleres Motiv die Basis für die Briefmarke ist
und das vor wenigen Tagen auch als Druck erschien (wir berichteten bereits). Auf die Idee, aus Anlass des
Jubiläums ausgerechnet eine Briefmarke aufzulegen, ist Ulrike Fried-Heufel gekommen – sie war auf der
Suche nach Möglichkeiten, die weit zurückreichende Historie Zwingenbergs auf vielfältige Weise zu
kommunizieren. Die Künstlerin, die sich selbst sehr stark mit „ihrem“ Städtchen identifiziert, hofft nun auf
Gleichgesinnte, die mittels der Briefmarke auf einem Kuvert „ein Zeichen ihrer Heimat hinaus in die Welt
senden wollen“.
Die Jubiläumsbriefmarke erscheint in einer Auflage von 1000 Stück und wird exklusiv bei der Zwingenberger
Post-Filiale verkauft. Wenngleich die 55-Cent-Marke im Verkauf 90 Cent kostet, besteht weder bei der
Künstlerin noch bei der Stadt, die die Produktion vorfinanziert hat, ein Gewinninteresse:
Der Mehrpreis ist auf Produktions- und Vertriebskosten zurückzuführen, die Briefmarke wird zum
Selbstkostenpreis abgegeben.
Bürgermeister Habich nutzte das Pressegespräch, um sich bei Ulrike Fried-Heufel ausdrücklich für ihr starkes
Engagement zu bedanken – die erste urkundliche Erwähnung von Getwinc vor 1000 Jahren ist ein Thema, das
die Künstlerin nicht mehr los lässt.
Dabei geht es ihr nicht um Selbstdarstellung, sondern darum, Kunst und Geschichte zu verquicken und
möglichst viele daran teilhaben zu lassen.
© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 11.05.2012

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